Rassismuskritik

Wie Rassismus entsteht

Rassismus prägt Denken und Tun. Es ist ein Modell, das zwischen „Wir“ und „den Anderen“ unterscheidet. 

Dabei spielen äußerliche Merkmale wie Hautfarbe, Sprache, ethnische Zugehörigkeit und Ähnliches eine wesentliche Rolle. Eine soziale Gruppe konstruiert ein „Wir“. Sie legt fest: Das sind unsere Werte. Diese Werte sind gut und richtig und gelten bei uns. Die, die sich nicht daran halten, sind „die Anderen“. Sie hat die Macht, zu bestimmen, wer diese „Anderen“ sind, und sie auszuschließen. 

Vorurteile und Macht

Rassismus heißt: Vorurteile und die Macht, andere auszuschließen, gehen Hand in Hand. Rassismus wirkt. Manche Menschen setzen ihn bewusst ein. Bei Anderen wirkt er, ohne dass sie es beabsichtigen. Die Folge& ist: Die „Anderen“ werden abgewertet und benachteiligt.

Wie schauen wir auf die Welt?

Interkulturelle Öffnung heißt: Wir kommen unseren „Wirs“ auf die Spur. Wir fragen: Was sehen wir, wenn wir auf die Welt schauen? Nach welchen Mustern bewerten wir, was wir sehen? Erkennen wir rassistische Muster in unserer Institution?

Wer bestimmt?

Ist Rassismus in kirchlichen und diakonischen Strukturen angelegt? Wer hat bei uns Macht? Wer bestimmt darüber, was und wie es gemacht wird? Darüber denken wir nach, wenn es um interkulturelle Öffnung geht.

Praxis-Beispiele

1. Seminar: Wer sitzt (nicht) mit am Tisch?

Bei dem dreitägigen Rassimus-Awareness-Training mit Reverend Beverly Thomas aus Großbritannien und Julika Koch aus dem Referat Friedensbildung der Nordkirche waren Menschen aus verschiedenen Arbeitsbereichen unserer Landeskirche eingeladen. Der Fokus der Fortbildung lag auf dem Aspekt „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ (GMF), in der Alltagssprache: Rassismus.

"Wir" und "die Anderen"

Es ging um das „Wir“ und „die Anderen“, um das Leben mit Menschen, die fremd sind. Es ging um persönliche Erfahrungen, die persönliche Auseinandersetzung erfordern, zum Beispiel unter den Aspekten, Fremdheit, Verschiedenheit/ Diversity, Theologie, Schmerz, Scham, vielleicht auch Versöhnung. Zum Abschluss wurde gemeinsam überlegt, wie in der Nordkirche zum Thema Rassismus-Awareness weiter gearbeitet werden kann.

Das Seminar wurde seit 2015 neun Mal angeboten, davon zwei Mal im Kontext des African Christian Council (ACC) in Hamburg und einmal auf Einladung der Gemeindeberaterinnen und -beratern der Nordkirche.

2. Transkulturelles und Interreligiöses Lernhaus der Frauen

Das transkulturelles und interreligiöses Lernhaus der Frauen ist ein Ort der Begegnung für Frauen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen, an dem gegenseitiges Kennenlernen und voneinander Lernen stattfinden kann.

 

Flyer "Transkulturelles und Interreligiöses Lernhaus der Frauen"

Kontakt / Ansprechpersonen

Julika Koch
Referentin
Referentin für Friedensbildung
Shanghaiallee 12
20457 Hamburg